Der Staat New York verbietet fossile Brennstoffe in Neubauten.

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Am 2. Mai verabschiedeten Senat und Abgeordnetenhaus des Bundesstaates New York den Staatshaushalt. Dieser enthält eine Bestimmung, die Gasherde und -heizungen sowie Propangasheizungen in den meisten neuen Wohngebäuden verbietet. New York City hatte bereits 2021 ein ähnliches Verbot für Erdgasanschlüsse in Neubauten erlassen, das 2024 für Gebäude mit weniger als sieben Stockwerken und 2027 für höhere Gebäude schrittweise in Kraft treten soll. Die neue Gesetzgebung, die im am 2. Mai verabschiedeten Staatshaushalt enthalten ist, gilt für den gesamten Bundesstaat New York.
Das landesweite Verbot sieht vor, dass Neubauten mit bis zu sieben Stockwerken ab 2026 vollständig elektrisch betrieben werden müssen und gilt ab 2029 für alle Neubauten. Ausnahmen gelten für große Gewerbe- und Industriegebäude mit einer Fläche von über 9.290 m² (100.000 ft²) sowie für Krankenhäuser, Restaurants und Waschsalons. Das Verbot gilt nicht für bestehende Gebäude. Jährlich werden im Bundesstaat rund 40.000 neue Wohneinheiten gebaut.

„Genauso wie wir vor langer Zeit den Übergang von der Kohle als Energiequelle vollziehen mussten, müssen wir diesen Übergang auch jetzt vollziehen. Es gibt saubere Energiealternativen“, kommentierte die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul in einem Interview.
Dieses erste landesweite Verbot ist ein großer Erfolg für die Elektrifizierungsbewegung und Klimaschutzaktivisten. New York ist ein traditionell demokratischer Staat und verabschiedete 2019 den „Climate Leadership and Community Protection Act“, der den Staat dazu verpflichtet, bis 2040 100 % emissionsfreien Strom und bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.
Um die Klimaziele des Staates New York zu erreichen, sind Maßnahmen im Gebäudesektor erforderlich. Laut einem Bericht des New Yorker Umweltministeriums aus dem Jahr 2022 sind Gebäude mit 32 % für den Großteil der Treibhausgasemissionen des Staates verantwortlich. In New York City sollen Gebäude sogar zwei Drittel der Treibhausgasemissionen verursachen.

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Neben ihrer Heizfunktion stehen Gasherde seit Kurzem auch wegen ihrer negativen Auswirkungen auf den Klimawandel und die menschliche Gesundheit in der Kritik. Studien haben gezeigt, dass Gasherde gesundheitsschädliche Mengen an Stickstoffdioxid (NO₂), Kohlenmonoxid (CO) und Feinstaub ausstoßen. Zudem geben sie selbst im ausgeschalteten Zustand Methan ab, ein starkes Treibhausgas. Eine aktuelle Studie ergab, dass 18,8 % der Asthmafälle bei Kindern in New York City hätten verhindert werden können, wenn in den Haushalten keine Gasherde vorhanden gewesen wären.
„Wenn wir die Art und Weise, wie wir Energie erzeugen und nutzen, verändern, um unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, wird dies dazu beitragen, eine gesündere Umwelt für uns und unsere Kinder zu gewährleisten“, sagte der New Yorker Parlamentspräsident Carl Heastie in einer Erklärung.
Im Zusammenhang mit dem Gasverbot kündigte Gouverneurin Hochul am 28. April die Einrichtung eines 250 Millionen US-Dollar schweren Fonds zur Dekarbonisierung von Gemeinden durch die NY Green Bank an, eine Abteilung der New York State Energy Research and Development Authority (NYSERDA). Die NY Green Bank fungiert als staatliche Finanzierungseinrichtung für saubere Energie und nachhaltige Infrastruktur. Der Fonds wird für lokale Projekte zur Nutzung sauberer Energie und zur Elektrifizierung von Gebäuden eingesetzt, insbesondere in benachteiligten Gemeinden.
In einem damit zusammenhängenden Vorhaben kündigten Gouverneurin Hochul und New Yorks Bürgermeister Eric Adams den Start einer 15 Millionen US-Dollar schweren Initiative zum Bau von 3.000 vollelektrischen, erschwinglichen Wohnungen in New York City an.

Bislang haben über 100 Kommunen in den Vereinigten Staaten ein Gasverbot in irgendeiner Form erlassen, doch New York ist der erste Bundesstaat, der diesen Schritt unternimmt. Kalifornien und Washington erwägen ebenfalls ähnliche landesweite Gesetze. Die Gesetzgebung in New York gilt unter anderem deshalb als wirkungsvoll, weil Gas im Bundesstaat eine überragende Bedeutung hat: Öl und Gas werden dort für 80 % der Hausheizung genutzt.
New York ist auch der Bundesstaat mit dem höchsten Erdgasverbrauch und verbraucht 9 % des gesamten Erdgases in Gewerbe- und Wohngebäuden der USA. Nur zehn Bundesstaaten decken den Großteil des nationalen Erdgasverbrauchs ab, darunter acht der von den Demokraten regierten Staaten Kalifornien, Illinois und Michigan sowie New York.
Inzwischen haben rund 23 überwiegend republikanisch regierte Bundesstaaten sogenannte „Energiewahlgesetze“ verabschiedet, die es den Bundesstaaten und Kommunen untersagen, Erdgas zu verbieten. Zu diesen Bundesstaaten gehören Texas, Florida, Georgia und Ohio. Obwohl Texas und Ohio zu den zehn Bundesstaaten mit dem höchsten Erdgasverbrauch zählen, sind viele dieser Gesetze eher symbolischer als substanzieller Natur. So ist beispielsweise Strom in Texas, Florida und Georgia die dominierende Wärmequelle. Nur 8 % der Haushalte in Florida nutzen Erdgas zum Kochen, während der US-Durchschnitt bei 38 % liegt.
Neben dem Erdgasverbot treiben weitere Trends die Elektrifizierung von Gebäuden und Wohnhäusern sowie die Verbreitung von Wärmepumpen voran. Dazu gehören die steigenden Erdgaspreise, die zunehmenden gesundheitlichen Bedenken hinsichtlich Gasherden und staatliche Förderprogramme zur Kostensenkung beim Kauf und der Installation von Wärmepumpen sowie Anreize für andere energieeffiziente und saubere Energieanlagen. Im Jahr 2020 übertrafen die Verkaufszahlen von Wärmepumpen erstmals die von Gasheizungen, da die Amerikaner deren Leistungsfähigkeit und Wert erkannten.


Veröffentlichungsdatum: 21. Juni 2023